Rücknahme

Rücknahme von Hunden!

Es kommt immer mal wieder vor, dass Hunde nicht bei ihren Besitzern bleiben können. Plötzlicher Tod, Umzug, geänderte Familienumstände, Scheidung, auf einmal ist der Hund im Weg und muss weg. Viele wollen aber ihren Hund nicht im Tierheim unterbringen, haben ihn früher übers Internet angeboten, was aber jetzt, dank unserer neuen Gesetze, nicht mehr geht. Drängt die Zeit, hat man nicht viel Auswahl.

Wir haben in unseren Kaufverträgen eine Klausel, dass wir gegenüber dem Tierheim das Eigentumsrecht des Hundes besitzen. Das heißt, wir wollen grundsätzlich darüber Bescheid wissen, wenn ein Hund nicht bei seinem Besitzer bleiben kann. Wir haben gegenüber Tierheimen und sogenannten „Tierschützern“ nicht die besten Erfahrungen gemacht. Wir wurden bereits beleidigt, mit Vorwürfen überhäuft, uns wurde gedroht … es war eigentlich nichts dabei, bei dem man nicht den Kopf schüttelt. Oftmals war es uns auch unmöglich, einen Hund aus dem Tierheim wieder rauszuholen. Wir Züchter sind, laut verschiedenster „Tierschützer“, böse, unzurechnungsfähig, hinterhältig und nicht an dem Wohl der Tiere interessiert.

Es ist mühsam mit dem Mitarbeiter eines Tierheims zu streiten, wenn dieser der Überzeugung ist, dass du das Arschgesicht der Nation bist.

Nun, ich will zugeben, dass es auch schon andere Fälle gab, in denen man uns angerufen und gefragt hat, ob wir diesen oder jenen Hund zurücknehmen würden.

Wir haben gelernt. Seit die Klausel im Kaufvertrag verankert ist, melden sich die Leute bei uns, wenn es um ihren Hund geht. Nicht immer können wir Hunde zurücknehmen. Wir sind kein Tierheim, haben keine Zwinger, sondern ein Rudel. Ist so ein Hund schon älter, vielleicht nicht unbedingt verträglich, dann können wir ihn nicht einfach ins Rudel schmeißen und hoffen, dass das gutgeht. Dieser eine Hund würde eine Überlebenschance von zehn Minuten haben, dann hat ihm das Rudel den Garaus gemacht. Es ist leider nicht möglich, jeden Hund ins Rudel zu integrieren.

Wir nehmen Hunde, Rüden wie Hündinnen, bis zu einem Alter von einem Jahr nach Absprache zurück. Auch wir benötigen Platz, um den Hund unterzubringen. Immer haben wir den nicht, besonders dann nicht, wenn wir Welpen haben, auf die wir Rücksicht nehmen müssen. Auch ist die Zurücknahme von Rüden schwer, wenn wir gerade läufige Hündinnen haben. Unsere eigenen Rüden würden den fremden Rüden attackieren und als Rivalen sehen, was ja auch ganz normal ist.

Bei Hunden, die über ein Jahr sind, muss mit uns abgeklärt werden, ob der Hund verträglich ist, ob er beißt und wie er sich Menschen gegenüber verhält. Wie gesagt, wir sind kein Tierheim, die auf solche Fälle eingerichtet sind. Das Wohl unserer eigenen Tiere steht an erster Stelle.

Vielfach ist es uns möglich zu helfen. Entweder über die Homepage, über Facebook, in den meisten Fällen bemühen wir uns, den Hund zurückzunehmen. Wir wollen keinen Hund zurücklassen, versuchen uns um jeden Einzelfall zu kümmern. Manchmal geht es aber nicht, so wie sich das andere vorstellen. Wir wollen hier weder eine blutige Schlacht, noch holen wir uns ein massives Problem ins Haus, noch können wir Hunde zurücknehmen, bei denen wir nicht sicher sind, ob sie für unsere Hunde oder unsere Welpen eine Gefährdung darstellen.

Bisher konnten wir den wenigen Hunden, die ihren Platz verloren haben, gut helfen und sie schnell neu unterbringen.

Leute, die uns vorwerfen, wir würden uns um unsere verkauften Hunde nicht mehr kümmern, sehen nicht, dass auch unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Meist wissen diese Leute aber auch nicht, was wir für den ein oder anderen Hund schon getan haben.

Erscheinen Hunde von uns auf FB, werden wir sehr gerne verunglimpft. Oft wissen wir noch nicht mal, dass ein Hunde seinen Platz verloren hat, aber es wird angeben, dass wir ihn nicht mehr wollen. Viele Menschen reagieren da sehr eigenartig, beleidigen uns in diversen Posts und hängen und Dinge an, von denen wir noch nicht mal wissen. Ich kann immer nur wieder sagen, bitte glaubt nicht alles, was in den sozialen Netzwerken wie Facebook steht. Diese Geschichten sind manchmal fragwürdig und frei erfunden. Wir haben noch nie einen Hund, der aus unserer Zucht kam, im Stich gelassen. Manchmal liegt das Problem aber auch am Halter selbst, der an uns Forderungen stellt und Wünsche hat, die wir nicht erfüllen können. Menschen, die anfangen uns zu beleidigen, nicht verstehen, dass wir Verzichtserklärungen brauchen, nicht verstehen, dass wir eine Bescheinigung vom Tierarzt benötigen und uns dann beschimpfen, müssen wir hinten an stehen lassen. Wir sind nicht die Wohlfahrt. Es ist manchmal sehr eigenartig, was Menschen glauben, was wir zu tun hätten. Vielleicht hilft es zu überdenken, dass Hunde, die wir verkaufen, nicht mehr in unserem Besitz stehen. Der Besitzer ist für sein Tier verantwortlich, nicht wir und der Hund gehört auch nicht uns, weil der Besitzer ihn nicht mehr haben will. Es gibt Menschen, die wollen ihren Hund wieder los werden, weil er Dinge tut oder ein Verhalten zeigt, mit dem der Besitzer nicht umgehen kann. Manchmal kann dieses „los werden“ nicht schnell genug gehen. Das endet darin, dass und bereits Hunde mit der Hundebox vor die Tür gestellt oder am Gartenzaun angebunden wurden. Für alle, die immer so gerne über Züchter schimpfen … ein verkaufter Hund ist ein verkaufter Hund und steht in der Verantwortung des Besitzers. Wir Züchter müssen keine Hunde zurücknehmen, wir tun es, weil wir dem Tier einen Aufenthalt im Tierheim ersparen wollen oder weil wir verhindert wollen, dass so ein Hund irgendwo landet, vielleicht sogar ausgesetzt auf der Autobahn. Kommt ein Hundebesitzer mit seinem Hund nicht klar, ist nicht der Züchter schuld, sondern der Hundebesitzer selbst. Entweder er ist wirklich nicht fähig einen Hund zu halten, gerät an seine Grenzen oder der Hund ist derart unerzogen, dass er eben zum Problem wird. Daran ist aber kein Züchter schuld, sondern derjenige, bei dem der Hund lebt.

Was wir bei einer allfälligen Rücknahme benötigen

Wir brauchen eine Bescheinigung, dass der Hund aktuell zumindest auf Staupe und Parvo geimpft ist. Er muss entwurmt sein, frei von Ungeziefer und frei von Krankheiten. (Bestätigt durch einen Tierarzt). Bei Hündinnen über acht Monaten brauchen wir eine Ultraschalluntersuchung, die besagt, dass der Hund nicht trächtig ist oder die Bestätigung über die Kastration der Hündin. Bei einer Übergabe muss der Besitzer eine Verzichtserklärung unterschreiben, die erklärt, dass er auf seinen Hund verzichtet und ihn an uns zurückgibt.

Auch wir haben Hunde und wollen unseren Bestand weder mit Krankheiten infizieren, noch brauchen wir Flöhe, Läuse oder gar Würmer, die sich in unserem Bestand ausbreiten. Da uns bereits eine Hündin zurückgegeben worden ist, wo man uns eine Trächtigkeit verheimlicht hat, müssen wir reagieren. Diese Hündin verlor ihren Platz durch eben diese ungeplante Belegung und man dachte sich: Geben wir sie einfach der Sandy zurück. Es hat schon was mit Dreistigkeit zu tun, uns so einen Hund unterzujubeln.

Es hat nichts mit Pflanzerei zu tun, solche Dinge zu verlangen, sondern resultiert aus Erfahrungen, die wir schon gemacht haben. Wie gesagt, das Wohl unserer eigenen Hunde steht im Vordergrund. Wer uns diese Bescheinigungen nicht liefern will, weil es eben aufwendig oder anstrengend ist, der muss eben seinen Hund behalten.

Liebe Tierheime!

Wir sind keine Unmenschen. Bitte ruft uns an, wenn ihr einen Hund aus dem Silvermoonkennel aufgenommen habt. Bei einem respektvollen Umgang (wir legen keinen Wert auf Beleidigungen und Vorwürfe, auch Drohungen blocken wir ab) sind wir gerne bereit, uns diesen einen Fall anzusehen und abzuschätzen, ob wir den Hund übernehmen können. Bei älteren Tieren sind wir auf das Verhalten angewiesen, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Für freundliche und verträgliche Hunde haben wir meist ein lauschiges Plätzchen, sodass dieser eine nicht im Tierheim ausharren muss. Ich bin für Zusammenarbeit, die konstruktiv ist, die aber schon so einige Male in die Hose gegangen ist.

Wer mich beleidigen will oder meint, er müsse mich am Telefon (oder via Mail) zur Schnecke machen, da ich eben Züchter bin … die Gründe, warum man mit mir auf niedrigem Niveau sprechen will, sind unterschiedlich …. der wird erkennen müssen, dass ich durchaus in der Lage bin, mich entsprechend zu wehren. Es wäre aber nicht nötig, wenn man sich gegenseitig akzeptiert.

Wir nehmen jeden Fall ernst, indem ein Hund seinen Platz verliert, aber wir können nicht zaubern.

 

 

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