Züchter werden ist nicht schwer, Züchter sein – manchmal sehr

Ich werde an dieser Stelle jetzt keinen Text schreiben, in dem zu lesen ist, wie man einen Wurf großzieht, und wie alles sein soll oder zu sein hat. Jeder Züchter hat seine eigenen Erfahrungen, die für ihn arbeiten und die er für gut oder auch supergut befindet. Man kann in der Hundeaufzucht nicht alle Hunde über einen Kamm scheren, da jeder Mensch, der dahintersteckt, andere Möglichkeiten hat, wie es auch solche gibt, die glauben, dass die artgerechte Aufzucht, sogar unter dem Deckmantel so mancher Vereine, in der Wohnung oder in der Krabbelstube (Badewanne und Duschkabine war auch schon dabei – bevorzugt bei sehr kleinen Hunden), die Beste ist. Wie dem auch sei, dass muss jeder selbst wissen.

Nein, was ich hier anführen möchte, ist ein kleiner Ausschnitt über mein Leben mit meinen Hunde und den Würfen, die ich immer wieder habe.

Immer wieder wird mir vorgeworfen, „Vermehrer“ zu sein und mich nicht um das Wohl meiner Hunde zu scheren. Fremde Leute, Menschen, die mir nicht bekannt sind, die mich oder mein Zuhause nie gesehen haben, behaupten, wohlbemerkt unter der Anonymität des Internets, dass ich kranke Hunde hätte und nur des Profites wegen züchten würde.

Was den Holländischen Schäferhund betrifft, haben es gerade die FCI Leute nicht verputzen können, dass ich es war, die das erste deutschsprachige Buch über diese Hunderasse geschrieben habe. Wie kann ich nur, als nicht FCI Züchter? Es kam aber bisher nichts nach. Also dürften sich die schreibbegabten Talente innerhalb der FCI doch eher in Grenzen halten.

Was ich mir bei der Zucht des Sandros Leisha Dogs denke, ist auf der HP nachzulesen. Der Weg, den ich beschreibe, ist anders, keine Frage, ist nicht so, wie ihn die große, breite Mehrheit betreibt, und gerade das unterscheidet mich von vielen anderen. Ich schwimme eben nicht in der großen, breite Masse mit, denke vielleicht um einige Ecken anders und sehe eben, was meiner Meinung nach, nicht so ganz richtig läuft. Ich kann aber nur etwas ändern, wenn ich es mache, nicht nur drüber rede und trotzdem ein Nachmacher bleiben und mir vorschreiben lassen, wie etwas zu sein hat.

Zudem muss ich auch sagen, dass es viele Hunderassen nicht gäbe, wenn es einige Idealisten nicht gegeben hätte, die einfach etwas anders machten. Es gäbe keinen „Eurasier“ (Kreuzung aus Chow-Chow, Wolfsspitz und Samojede), es gäbe keinen „Berger Blanc Suisse“ (Weißer Schweizer Schäferhund, der eigentlich nur ein Deutscher Schäferhund der Farbe weiß war, und als Fehlfarbe aussortiert wurde … wie kann man nur), gäbe keine Unterteilung von Parson Russell Terrier und Jack Russell Terrier (der niederläufige Jack wurde in Australien als Kaninchenjagdhund entdeckt und weitergezüchtet, während er bei uns als „zu klein“ aussortiert wurde), und auch keinen „Elo“ ( eine weitläufige Kreuzung aus Bobtail, Chow-Chow, Eurasier, Samojede und Dalmatiner). Es sind nur wenige Beispiele, denn es gibt weit mehr, was aber den meisten Menschen, die sich nicht so intensiv mit der Sache beschäftigen wie ich, unbekannt ist.

Als ich begann, Hunde zu züchten, hatte ich Jack Russell Terrier. Kleine, spitzbübische Terrier, die mir einfach gefallen haben, weswegen der Wunsch, diese Tiere zu züchten, naheliegend war. Wir hatten ein Einfamilienhaus, einen Garten, damit die Welpen auch hinaus konnten, und ich freute mich tierisch auf meinen ersten Wurf. Durch die Zucht der Jack Russell Terrier lernte ich unglaublich viel, was nirgendwo geschrieben steht.

Meine Vorstellung war, die Hündin bei uns im Wohnraum gebären zu lassen und die Welpen dort großzuziehen, wo wir eben sind. Mitten in der Familie, wie man eben glaubt, dass es sein müsste.

Ich wurde sagenhaft schnell eines Besseren belehrt.

Die Hündin warf in meinem Büro in einer Wurfbox, die wir für sie bereitgestellt hatten. In den vielen Decken, die wir dort hineingegeben haben, gruben sich die Welpen ein, und fanden nicht mehr raus. Also, weniger ist mehr. Weiters erlebte ich in der ersten Zeit meiner Zuchtgeschichte, dass es Hündinnen gibt, die total unrein werden. Sie wollen die Welpen nicht verlassen, weswegen sie einfach nur vor die Wurfbox gehen, dort pinkeln und ihren Haufen setzen, und sich wieder zu den Welpen verrollen. Meine Hündin war vorher total sauber. Aber als sie Welpen hatte, hätte ich sie kreuzigen können. Sie verunreinigte mein Büro jede Nacht, obwohl ich mehrmals mit ihr hinausging, aber der Drang zu den Welpen zu gehen, war so groß, dass sie vergaß, draußen ihr Geschäft zu verrichten.

Zudem musste ich bemerken, dass Welpen nach einiger Zeit zu „riechen“ beginnen. Was anfangs noch erträglich ist, entwickelt sich mit der Zeit zu „Gestank“. Ich war damals schon Mutter von drei Kindern, hatte einen Haushalt und konnte meine Tierliebe, zu der Liebe zu meinen Kindern gut abgrenzen. Hunde sind schön und gut, auch Welpen, aber die Kids brauchen einen sauberen und geruchsfreien Wohnraum. Der Gestank war wirklich nicht mehr lustig.

Als die Welpen begannen, herumzulaufen, wollte ich sie in der Küche weiterhin betreuen, da der Boden aufwischbar war, und die damals sieben Welpen ihre Pipis und AA´s natürlich überall hinsetzen. Am Anfang nicht viel, es wurde aber immer mehr. Wir hatten sehr bald das Problem, dass ich ständig nur noch am Haufi putzen und am Pipi wegwischen war. In der Küche nicht unbedingt appetitlich. Zumal die Kinder öfter mal was übersahen, hineintraten und es im ganzen Haus verteilten. Natürlich haftete der Urin im Boden, es begann zu stinken und war auch mit Essigwasser nicht wegzubekommen.

Zudem benutzten die Welpen immer nur einen Korb, um zu schlafen, und verwendeten die anderen beiden regelmäßig als Klo, neben den Plätzen unter der Eckbank oder im letzten hinteren Winkel eines der Schränke. Ich kam mir manchmal verkackeiert vor.

So süß Welpen sind und so viel wir mit ihnen gelacht haben, man ist ständig am Putzen und am Machen, um eine normale Sauberkeit zu gewährleisten. Und das vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Also lernte ich, dass man mehr Platz braucht und es ganz gut ist, wenn Welpen nicht mitten im Wohnbereich groß werden, da Urin und Kot einfach ein große Belastung sind.

Später adaptierten wir einen Kellerraum als Kinderzimmer und richteten ein Außengehege ein.

Die Jacks haben mir gelernt, dass auch in der Hundezucht nicht immer alles rosig verläuft.

Welpen, die nicht lebensfähig zu Welt kommen und sterben, Nabelbrüche, die operiert werden müssen, Kaiserschnitte, da ein Welpe beim Geburtsvorgang den Ausgang blockiert, Frühgeburten, Welpen mit Behinderungen und Missbildungen, Mutterhündinnen, die Welpen töten oder schwer verletzen … auch damit muss man lernen, klarzukommen.

Wir leben schon ewig mit Tieren zusammen, und wissen, dass es neben der schönen Zeit, ganz schlechte Zeiten, wie auch herbe Tiefschläge geben kann, aber wir haben gelernt, damit umzugehen, da in der Natur eben alles vorkommt, nicht nur das Schöne, jenes, welches man gerne sieht.

Als wir uns entschlossen, das Projekt Sandros Leisha Wolfsschäferhund ins Leben zu rufen, wussten wir in erster Linie, dass wir viel Platz brauchen. Platz und Zeit. Zwei Dinge, die einfach sein müssen. Mal einen Wurf mit einer Hündin zu machen, ist absehbar und kann auch mit weniger Platz durchgeführt werden, aber ein regelrechtes Programm, praktisch eine neue Idee zu kreieren, da steckt mehr dahinter. Für uns eigentlich nichts Neues, denn wir hatten Pferde und auch das sind Lebewesen, die Platz und Zeit benötigen.

In dem Moment, wo man mehr als zwei Zuchthündinnen hat, gibt es Menschen, die alles besser zu wissen glauben und, ohne dich je gesehen zu haben, über dich urteilen. Auch damit muss man zu leben lernen, denn solche Menschen sind meist nicht freundlich, sondern allwissend, frech, beleidigend, für meinen Geschmack, oft sehr naiv. Die Kritik ist nicht konstruktiv, sondern beruht auf dem Nicht-Wissen, welches diese Menschen haben, da sie oft nicht die Ahnung haben, die ich mir bereits angeeignet habe. Aus Mangel an Erfahrungen, gar nicht haben können. Dazu zähle ich nicht alle, aber doch sehr viele. Das Internet bietet bekanntlich tolle Möglichkeiten, sich unerkannt zu äußern, derbe Meldungen zu hinterlassen, mit dem einer wie ich, lernen musste, umzugehen. Ich habe gelernt, vieles zu überhören, nicht ernst zu nehmen, gar nicht erst zu lesen, und mir ein dickes Fell zuzulegen.

Wir haben unseren Hof auf Hunde eingerichtet. Wer ein oder mehrere Hunde besitzt, weiß, wie leidig es oft ist, wenn man beim Spazierengehen angestänkert wird, seinem Hund keinen Freilauf mehr gönnen kann, weil irgendein Jäger schon „habt Acht“ steht, wenn der Hund nicht mehr Hund sein darf, denn kaum dass er sich ängstlich zeigt, oder gar knurrt, sich wehrt oder verteidigt, oder einfach erklärt, etwas nicht zu wollen, was die Menschen sich so vorstellen, ist er aggressiv, schlecht sozialisiert oder unerzogen. Seinen Hund so hinzubiegen, dass er in gar keinem Fall schlecht auffällt, ist fast unmöglich, denn es gibt Menschen, die beschweren sich, weil man mit dem Hund anwesend ist und dieselbe Luft atmet. Nun, da hilft die beste Erziehung nichts, denn ein In-Luft-Auflösen kann ich mir und dem Hund nicht beibringen, genauso wie das stundenlange nicht-atmen, sehr schwer werden wird.

Also haben wir ein großes Areal, welches eingezäunt ist, damit unsere Hunde im Rudel toben und Hund sein können. Zwinger kamen bei uns nie in Frage, da ich nie gewillt war, meine Hunde in einen Käfig zu stecken. Ich wollte meine Hunde naturnah, also artgerecht halten, und habe ein Rudel geschaffen, mit Leitrüden, Leithündin und all den Vierbeinern, die darin leben. Ein funktionierendes Rudel, welches sich organisiert hat. Meine Hunde lernten mir unsagbar viele Dinge, denn sie waren es, die mir zeigten, wie „Gemeinschaft“ ausschaut, aber ich habe nie vergessen, der Boss zu sein. Egal, was passiert, ich bin für meine Dogs da.

So, wie kann also jemand, der mehrere Hunde hat, ein normales Leben leben? Dieser Gedanke hat schon viele beschäftigt, was mich immer wieder fasziniert hat, denn es ist mein Leben, nicht jenes der anderen.

Nur so als Frage, wie lebt ein normaler Bauer „normal“, der sechzig Kühe, zwanzig Schweine und dreißig Schafe im Stall stehen hat?

Egal. Das hat nichts mit dem Hund zu tun, denn bei Hunden ist alles anders. Als ich mein Leben und jenes meiner Familie den Tieren verschrieb, verzichteten wir auf vieles. Keine Urlaube, keine Ausflüge, keine schnelles Über-Nacht-Weg-Bleiben, keine Discoeskapaden, kein nächtliches Durchmachen … all das, was Menschen so sehr gerne machen, gibt es bei uns nicht, da unsere Tiere uns auch am Sonntagmorgen brauchen. Es gibt kein – am Feiertag bis um zehn im Bett kuscheln und hinterher gemütlich frühstücken. Wir müssen immer raus aus den Federn, denn es gibt Tiere, die versorgt werden wollen. Egal, welches Wetter, welcher Tag, welche Stunde. Meine Beziehungen scheiterten genau daran. Verständnis, dass unsere Tiere Vorrang haben, gab es wenig bis nie. Und der Satz „Deine Tiere sind dir Wichtiger als ich“ kann ich nicht mehr hören und löst mittlerweile Foltergedanken aus. Die Tiere sind wichtiger, da sie sich selbst nicht versorgen können, weil wir Menschen dazu da sind und weil wir uns ihnen verschrieben haben.

Wir sitzen auch in der Nacht bei einer Mutterhündin, die Hilfe braucht oder füttern einen Welpen, wenn er etwas schwächelt. Wir versorgen die erwachsenen Hunde, wie auch die Pferde rund um die Uhr. Das heißt, Dreck wegputzen, ausmisten, für Einstreu sorgen, waschen, waschen und nochmals waschen, füttern, immerzu für Futter sorgen, und den ganzen lieben langen Tag nachsehen, ob jedes einzelne Tier auch alles hat, was es braucht.

Ist ein Hund krank oder verletzt, wird er rundumbetreut. Nicht, weil es sich gehört, sondern weil er es vielleicht braucht. Schmerzen zu haben oder krank zu sein, ist für niemanden lustig, aber wenn jemand da ist, der einen streichelt und pflegt, hat man das Gefühl, nicht allein zu sein. Das bringt einen innerlich ins Gleichgewicht, stärkt und verhilft einem, wieder gesund zu werden. Das ist nicht nur beim Menschen so, auch bei Tieren.

Dazu kommt noch die stetige Pflege der Tiere. Ob Pferd oder Hund. Es gehört geschrubbt, gebürstet, mal die Ohren geputzt, mal eine kleine Wunde versorgt, ein Zeck entfernt … tausende Dinge, die bei ein oder zwei Hunden nicht so auffallen, die aber bei vielen Hunde einfach Zeit in Anspruch nehmen. Dazu kommen Spaziergänge, wie auch Tage, an denen wir mit den Dogs zum Beispiel baden gehen oder uns irgendeinen anderen Blödsinn einfallen lassen.

Hündinnen haben nicht pausenlos Welpen. Es ist nicht möglich, eine Hündin direkt nach der Welpenaufzucht sofort wieder zu belegen, was mir auch schon vorgeworfen worden ist, zu tun. Es geht schlicht nicht, denn zu einer erfolgreichen Belegung gehört ein Eisprung, eine Läufigkeit, und nach einem erfolgten Wurf wird die Hündin nicht sofort wieder läufig. Es kann bis zu einem dreiviertel Jahr dauern, bis so eine Hündin wieder läufig wird. Man hört immer wieder von „Gebärmaschinen“. Hündinnen, die angeblich pausenlos Welpen bekommen. Würde Menschen, die sowas glauben, sich etwas mit der Biologie der Hunde befassen, würden sie merken, dass das gar nicht machbar ist. Ist eine Hündin tragend und hat Welpen, könnte sie zwei, drei Monate später theoretisch, wenn sie läufig wird, wieder belegt werden. Ist aber meist nicht der Fall, da Hündinnen sich oft Zeit lassen, wieder läufig zu werden. Wir eine Hündin also im Jänner läufig, dann hat sie nach erfolgter Belegung im März Welpen, die im Mai mit acht Wochen abzugeben sind. Wird sie im Herbst wieder läufig, hat man Glück (ob man sie da schon belegen lässt … doch es gibt Züchter auch über namhafte Vereine, die das machen, ob es richtig ist, soll jeder selbst entscheiden) Die meisten Hündinnen werden aber erst im Frühjahr darauf wieder läufig.

Zum Vergleich, da es viele nicht wissen. Ein Pferd trägt 11 Monate und bekommt ein Fohlen. Etwa zehn Tage nach der Geburt wird eine Stute wieder rossig und (so wäre es in freier Wildbahn) vom Hengst wieder belegt. Das heißt, sie ist tragend und säugt nebenbei ein Fohlen, welches abgestoßen wird, sobald das nächste Fohlen auf die Welt kommt. Kaum auf der Welt, wieder rossig, wieder eine Belegung. So ist gewährleistet, dass jedes Jahr ein Fohlen zur Welt kommt. Eine Stute ist also, streng genommen, ihr gesamtes Leben tragend und hat ein Fohlen bei Fuß. Was bei einem Hund nicht so ist. Bei einer Kuh dasselbe. Kühe haben eine Tragzeit von 9 Monaten und auch sie werden sofort nach der Geburt wieder belegt, damit die Milch nicht versiegt, denn ohne Kalb keine Milch, die wir jeden Tag im Supermarkt kaufen. Also, bei einer echten Zuchtstute oder einer Milchkuh, denke ich noch eher an „Fabrik“, als bei einer Mutterhündin.

Das Wort „Fabrik“ würde ich eher bei solchen „Züchtern“ verwenden (im Osten leider immer noch zu finden), die ihre Hündinnen unterschiedlicher Rassen in Käfige sperren, sie nie rauslassen, sofort belegen, wenn sie läufig werden, ihnen die Welpen vier Wochen lassen und sie dann unter den Hammer bringen. Auch diese Hündinnen wird nicht sofort wieder läufig. Aber sie brachte schnell mal ein paar Welpen und muss bis zur Dauer der nächsten Läufigkeit in ihrem Käfig warten, ohne Aussicht jemals die Sonne und den Himmel zu sehen. Diese Hunde werden oft auch sehr billig ernährt. Wie, dass mag ich mir noch nicht mal vorstellen. Vielleicht mit altem Brot, welches man in Milch aufgeweicht hat, oder so ähnlich.

Wir haben oft mehrere Würfe gleichzeitig, oft auch sehr große, wofür wir ja nichts können. Hündinnen, die im Rudel leben, werden meist gleichzeitig läufig, damit sie in der Lage sind, ihre Welpen gemeinsam aufzuziehen. Nicht tragende Hündinnen werden ganz gerne scheintragend. Nicht immer, aber doch, um bei der Aufzucht helfen zu können. Muss ich jetzt noch erklären, warum wir manchmal mehrere Würfe gleichzeitig und eben nicht nacheinander haben? Doch, es macht Spaß zuzusehen, wie das Rudel mit den Welpen umgeht, wie Rudelaufzucht ausschaut, und wie gesagt, wir haben den Platz dazu, denn wir sind darauf eingerichtet.

Was ich noch dazu sagen möchte – zu einer Hundezucht gehört auch ein wenig Kohle. Geld, welches man ständig investiert, damit es alle gut haben. Zäune gehören aufgebaut, die Wurfraum neu gestrichen, verfliest, das haben die Welpen kaputt gemacht, dieses, jenes wäre noch vorn Vorteil, da ist ein Hund erkrankt, braucht tierärztliche Hilfe, und wehe, es naht ein Kaiserschnitt am Sonntagabend. Wer einmal eine Not OP bezahlt hat, weiß, dass das manchmal nicht wenig ist, was man zu berappen hat. Von den laufenden Kosten mal abgesehen. Futter, Einstreu, Waschmittel, Putzmittel, Strom, Wasser, all das kostet viele Euros, und ich habe noch nicht von den Vorsorgeuntersuchungen gesprochen, die wir mit unseren Hunden machen. Auch die vielen Stunden, die investiert werden, darf man berücksichtigen, denn wir sind immerzu für unsere Tiere da und nehmen vieles in Kauf, worüber andere die Nase rümpfen, weil es ihnen zu schmutzig oder zu einschränkend ist.

Wenn wir aber für unsere Hunde auch noch Geld verlangen, denn impfen, chippen und entwurmen bekommen auch wir nicht gratis, dann wird uns das nicht selten zur Last gelegt. Wie können wir nur. Natürlich verlangen wir für unsere Hunde Geld, verschenken sie nicht. Und dabei ist es nicht das Papier, welches viel kostet, auch nicht der Erfolg der Tiere, die vielen Prüfungen, es ist schlicht und einfach die Arbeit, die nicht nur wir, sondern auch viele andere Züchter mit ihren Welpen haben. Und einmal mehr spreche ich nicht nur von einer Hündin, die einmal Junge bekommt, sondern von einem Züchter, der mehrere Hunde hat, und seine Zucht über einen längeren Zeitraum hinweg betreibt, obwohl auch der Wurf einer einzelnen Hündin im Haushalt sehr viel Arbeit machen kann.

Wir bemühen uns, bestmöglich zu arbeiten, denn auch wir wollen zufriedene neue Hundebesitzer haben. Nichts ist für mich schöner, als wenn ich Mails bekommen, in denen sich Menschen für genau diesen einen Hund bedanken, der ihr Leben bereichert und den sie sich nicht mehr wegdenken können. Würde ich wissentlich kranke Hunde abgeben, könnte ich mir gleich selbst in den Arsch beißen oder ins Knie schießen. Es würde auf mich zurückfallen. Das möchte ich nicht, denn ich wünsche mir, dass jeder mit seinem Hund lange glücklich ist, wenn er ihn aus meinem Haus hinausträgt.

Diese Fürsorge, diese ständige Bereitschaft für meine Hunde da zu sein, kann ich nur ausüben, da ich auch meinen Job zuhause habe. Vielleicht etwas, was vielen anderen Menschen nicht möglich ist, weswegen sie gezwungen sind, ihre Hunde in Zwinger zu sperren. Auch wenn ich sehr viel arbeite, ich bin immer da, kann mich organisieren, kann auch schnell mal umdisponieren und rasch entscheiden. Ich bin an keinen Job gebunden, somit auch sehr flexibel und zeitlich nicht eingeschränkt. Und genau das ist für mich und meine Hundezucht sehr, sehr wichtig, da ich wirklich rund um die Uhr für meine Tiere da sein kann, was nicht jedem möglich ist. Dadurch kann ich ein Rudel haben, kann mehrere Würfe gleichzeitig aufziehen, auch schon mal einen Welpen mit der Flasche füttern, wenn er etwas klein ist, denn ich bin da. Von Sonntag bis Sonntag. Ich bin vierundzwanzig Stunden sieben Tage die Woche für meine Vierbeiner da, und das … ohne jetzt anmaßen zu klingen, soll mir erst mal einer nachmachen.